Sehr
geehrter Herr Landrat Dr. Schmid,
Herr
Kreiskämmerer Ralf Miller,
Damen und Herren der Landkreisverwaltung,
liebe Kreistagskolleginnen und Kollegen,
sehr geehrten Damen und Herren,
Haushaltsberatungen sind die Stunde der Wahrheit über die Entwicklung des
Landkreises und der finanziellen Möglichkeiten im kommenden Haushaltsjahr.
Verglichen mit der globalen Situation ist die derzeitige finanzielle Lage unseres
Landkreises im Haushaltsjahr 2010 noch relativ komfortabel. Sie könnte als
sehr gut bezeichnet werden, wenn sich nicht die Folgen der Finanz- und
Wirtschaftskrise für die nächsten Jahre bereits deutlich und besorgniserregend
abzeichnen würden.
Die sehr gute Steuerkraft der Städte und Gemeinden im Jahr 2008 beschert uns
im kommenden Kreishaushalt mit 65,9 Mio. Euro die höchste Kreisumlage in
der Geschichte unseres Landkreises.
Durch die gegenüber 2009 um 1,6 Mio. Euro höhere Kreisumlage und die auf
6,6 Mio. Euro erhöhte OEW-Ausschüttung weist der Haushaltsplan trotz der im
Netto um 2,349 Mio. Euro gestiegenen Aufwendungen für die soziale Sicherung
eine sehr gute Zuführungsrate von 14,450 Mio. Euro an den Vermögenshaushalt
aus. Sie ist um über 3,143 Mio. Euro höher als im Vorjahr. Sie erlaubt trotz der,
hohen Investitionen von 19,4 Mio. Euro eine Zuführung zur allgemeinen Rücklage
in Höhe von 2,3 Mio. Euro.
Durch die dramatischen Steuereinbrüche bei den Kommunen im Jahr
2009 und den wesentlich geringeren Einnahmen in den nächsten
Jahren sind Begehrlichkeiten
zur Senkung der Kreisumlage im Haushaltsjahr 2010 entstanden.
Dennoch tragen wir, die Freien Wähler, den Verwaltungsvorschlag den
Kreisumlage-Hebesatz nicht zu senken, sondern unverändert bei 28,40 % zu
belassen, mit.
Zum Entschluss, den Hebesatz zu belassen, führt uns der Finanzplan bis 2013.
Der Vergleich der Ansätze im Haushalt 2009 mit den Ansätzen, die
Kreiskämmerer Miller im neuen Haushalt für die nächsten Jahre ermittelt hat,
sprechen ein deutliches Zeichen.
Gerade die für Investitionen dringend erforderliche Zuführungsrate ist im Jahr
2011 mit über 9,2 Mio. Euro auf 3,7 Mio. Euro und für 2012 von 5,8 Mio. Euro
auf 3,9 Mio. Euro berichtigt worden. Dabei gibt es noch erhebliche Unsicherheiten,
ob die eingesetzten Einnahmen überhaupt erreicht werden und die laufenden
Ausgaben besonders bei der sozialen Sicherung auskömmlich sind.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
beim Blick in die finanziell schwierige Zukunft ist ein kontinuierlicher Hebesatz
wichtig. Es ist zu befürchten, dass die im Koalitionsvertrag der neuen
Bundesregierung vorgesehenen Entlastungen bei den Kommunen zu erheblichen
Steuermindereinnahmen führen werden. Gleichzeitig sollen ihnen zusätzliche
Aufgaben wie beispielsweise die Kleinkinderbetreuung aufgebürdet werden.
Hier gab und gibt der kontinuierliche Hebesatz über die letzten
Jahre und den Städten und Gemeinden in unserem Kreis ein hohes
Maß an Planungssicherheit.
Die wichtigen großen Investitionen im Jahr 2010 und auch die
Investitionen in den kommenden Jahren kommen der Bildung und unseren
Krankenhäusern und damit
allen Bürgerinnen und Bürgern in unserem Landkreis zugute.
Für uns, die Freien Wähler, ist die Erweiterung und Sanierung der Kilian-von-
Steiner-Schule in Laupheim und die Investitionen in die weiteren Kreisschulen
mit einer Summe von 8,6 Mio. Euro ein weiterer wichtiger Beitrag zur
Zukunfsfähigkeit unseres Landkreises. Dies gilt auch bei dem vorgesehenen
Beitrag von 2,5 Mio. Euro für den Hochschulbau in Biberach, bei dem es leider
durch den Zusammenhang mit anderen Bauvorhaben weitere zeitliche
Verzögerungen gibt. Dadurch kommt der Beitrag zu den dringend
benötigten zusätzlichen 20.000 Studienplätzen, die im
Jahr 2012 in Baden-Württemberg gebraucht werden spät, wohl zu
spät.
Durch die Einrichtung von guten Bildungsmöglichkeiten schafft der
Landkreis ein großes Potenzial an gut ausgebildeten Mitarbeitern,
auf die unsere Handwerker und Unternehmen zurückgreifen
können. Die guten Mitarbeiter und das hervorragende Engagement der
Betriebe und Unternehmer haben die Steuereinnahmen der Städte,
Gemeinden und des Kreises auf einen Spitzenwert im Bundesvergleich
anschwellen lassen.
Dank gilt hier auch besonders der Verwaltung, Ihnen Herr Landrat und
ihren fleißigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Eine
Entwicklung wie im Landkreis Biberach ist nur durch eine
vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit aller Entscheidungsträger
möglich. Zu ihr hat in den letzten Jahrzehnten auch der dieses
Jahr in den Ruhestand getretene 1. Landesbeamte Wolfram Blüml
entscheidend beigetragen, wie wir heute noch dankbar bemerken wollen.
Wir sind zuversichtlich, dass auch sie Frau Bürkle seinen, an der
Problemlösung ausgerichteten, sachorientierten Weg weitergehen
werden.
Eine richtige Meisterleistung hat Kreiskämmerer Herr Miller mit
seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit der Aufstellung des
Kreishaushalt 2010 vollbracht. Ein solches umfassendes Zahlenwerk auf
der Basis der Mai-Steuerschätzung ohne einen Haushalterlass und
ohne Orientierungsdaten für die Jahre nach 2010 zu erstellen, ist
eine beachtliche Leistung. Das Zahlenwerk wurde inzwischen durch die
November-Steuerschätzung positiv bestätigt. Sie zwingen zu
keiner Änderung.
Die Entscheidungsträger der Landesregierung haben beim
Landeshaushalt einen etwas einfacheren Weg beschritten. Der
Landeshaushalt 2010 wird erstmals seit 1952 im März aufgestellt.
Laut der Aussage des neuen Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble
können die öffentlichen Haushalte im Augenblick "nur auf
Sicht" gefahren werden. Dabei herrscht derzeit nach unserem Eindruck
dichter Nebel, also kurze Sicht, und die Verantwortlichen in Bund
setzen alles auf die Hoffnung, dass er sich durch das viel beschworene
Anspringen des Konjunkturmotors bald lichtet. In dieser Unsicherheit
Steuererleichterungen zu versprechen und dann auch zu beschließen
ist mehr als mutig. Dies erhöht für die Kommunen, auf die
diese Entscheidungen weitgehend durchschlagen, die Unsicherheit für
die mittelfristige Planung, ja macht sie fast unmöglich.
Beim größten Kostenfaktor den rund 95 Mio. Euro umfassenden Einzelplan
4- Soziale Angelegenheiten werden schon über 51 Mio. Euro von den 65,0 Mio. Euro Kreisumlage verbraucht.
Durch die Zunahme der Arbeitslosigkeit auf 3,7 % zum Jahresende 2009
und der von uns geteilten Befürchtung eines weiteren Anstiegs
werden im Haushaltsplan 2010 beim Arbeitslosengeld II deutlich
höhere Ausgaben veranschlagt. Für die Freien Wähler
stelle ich fest, dass wir hinter diesen Verpflichtungen stehen, weil
sie eine Hilfe der Solidargemeinschaft für die Mitbürgerinnen
und Mitbürger in unserem Landkreis ist, die einer Transferleistung
bedürfen.
Doch die Entwicklung der Zuschüsse für die soziale Sicherung
und die im Haushalt prognostizierte Steigerung der Fallzahlen und der
damit verbundene Mehraufwand unterstreicht unsere Überzeugung,
dass in Zukunft die pass- und zielgenaue Hilfe eine sehr wichtige
Herausforderung im gesamten Sozialbereich sein muss. Frau Alger und
"ihrer Mannschaft" sind wir dankbar, dass sie alles in ihren
Möglichkeiten stehende unternimmt, um Missbrauch zu verhindert und
dazu fähige Hilfeempfänger zur Arbeit motiviert. Nur so wird
es gelingen, auch in Zukunft all denen Hilfe zu gewähren, die
wirklich darauf angewiesen sind. Trotz der gestiegenen Kosten stimmt
unsere Fraktion den im Haushaltsplan aufgeführten sozialen
Weisungsfreien Pflichtleistungen und den Freiwilligkeitsleistungen, mit
der die wichtige Arbeit vieler Einrichtung unterstützt wir, zu.
Froh sind wir, dass die Pflegeeinrichtung Konrad Manop Stift in
Riedlingen noch in die
letzte Tranche der Landesförderung für die umfassende
Modernisierung gekommen ist. Dadurch kann die über 4,5 Mio. Euro
kostende Maßnahme in dieser wichtigen Einrichtung
durchgeführt
werden.
Dem dafür im Haushalt veranschlagten Zuschuss des Kreises stimmen
wir zu. Ohne die Arbeit der Kirche, den Beratungsstellen, Einrichtungen
und Vereine mit ihren vielen ehrenamtlichen Helfern würden
unlösbare Probleme auf uns zukommen. Darum wird das Engagement von
den Freien Wählern ohne Einschränkung unterstützt.
Die Personalkosten
steigen um 1,1 Mio. Euro auf fast 40 Mio Euro an. Die
Veränderungen sind nachvollziehbar erläutert und werden von
uns im Wesentlichen mitgetragen.
Vom Anstieg der Personalkosten sind "nur" 387.000 Euro echte
Mehrausgaben. Sie entsprechen in etwa der Tarif- und
Besoldungserhöhung. Rund 421.000 Euro sind auf die im Sinne der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entschiedenen Anträge auf
Altersteilzeit zurückzuführen. Sehr positiv sehen wir die
Erhöhung der Ausbildungsplätze von 73 auf 79 Auszubildende.
Dagegen werden wir die eingeplanten und nicht gegenfinanzierten
Aushilfsstellen in den jeweiligen Ausschüssen kritisch
hinterfragen. Als Beispiele nenne ich die halbe Stelle für
Kürnbach zur Überarbeitung der Dauerausstellung und die 1,5
beim Landwirtschaftsamt für die Nutzungsartenanalyse.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
für Stellen, die mit einer Anschubfinanzierung geschaffen werden,
muss vor der Besetzung über die Weiterfinanzierbarkeit gesprochen
werden.
Auch die Effizienzrendite im Rahmen der Verwaltungsreform ist im
Haushaltsplan 2010 mit 14,7 % noch positiv dargestellt. Offenbar wird
es aber schwierig, das vom Land vorgegebene Ziel von 20 % zu erreichen.
Beim Vermessungsamt konnten fehlende Aufträge durch die
Flexibilität der Mitarbeiter teilweise ausgeglichen werden. Die
Vorgehensweise des Landes "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum
Landkreis", die dazugehörenden Vermessungsarbeiten z.B. beim
Straßenbau an private Büros zu vergeben, wird von uns stark
kritisiert. Dadurch fehlen die Einnahmen zum zugewiesenen Personal. Das
Land müsste die versprochene Nachbesserung geben. Wir hoffen,
dass die Bemühungen der Verwaltung und des Landkreistages
erfolgreich sind.
Einen diskutierbaren Betrag sehen wir im Haushaltsansatz für den
Kauf der Straßenmeistereien, die das Land unbedingt zu
überhöhten Preisvorstellungen los haben möchte. Wegen
dem Preis und der Verweigerung zur Haftung für evtl. Altlasten
sind wir auch bereit über Standortverlegungen mit allen Konsequenzen zu diskutieren oder nur langfristig zu mieten.
Die Übersicht über
die Entwicklung der Schulden beim Kreis, die von Anfang 2009 auf Ende
2010 um über 2,5 Mio. Euro auf 10,704 Mio. Euro abgebaut werden
konnten, sehen wir angesichts der notwendigen Investitionen im
Krankenhausbereich nicht mehr so euphorisch. Im Gegensatz zum
letztjährigen Finanzplan ist bis 2013 eine Kreditaufnahme von 9
Mio. Euro vorgesehen, um die angestrebten Investitionen tätigen zu
können.
Wir tragen sie nach den Erkenntnissen aus der Klausurtagung und den
Wirtschaftsplan 2010 mit Verpflichtungssermächtigung in Höhe
von 18 Mio. Euro im Grundsatz mit. Dadurch ist der Zeitdruck für
die weitreichenden Entscheidungen etwas geringer. Sie müssen gut
abgewogen und unter Berücksichtigung aller Aspekte getroffen
werden. Wir Freien Wähler stehen zur öffentlich-rechtlichen
Trägerschaft. Die guten Leistungen der Ärzte und aller
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Krankenhausbereich finden unsere
Anerkennung. Die anstehenden Maßnahmen zur Weiterentwicklung und
Verbesserung der Krankenhäuser für die Menschen in unserem
Landkreis ist für uns der Hauptgrund, der gegen eine Senkung der
Kreisumlage spricht. Wir sind bereit durch den Landkreis in die
Kliniken in den nächsten Jahre wesentlich mehr zu investieren.
Um den Landkreis auf einem Spitzenplatz halten zu können,
müssen zahlreiche Aufgaben gelöst werden. Um sie alle
verwirklichen zu können, ist ein weiteres wirtschaftliches
Wachstum auch in unserem Landkreis notwendig.
Nach unserer Ansicht ist dazu die Weiterentwicklung des Verkehrsnetzes,
von Straße und Schiene, einer der wichtigsten Faktoren.
Der veranschlagten Investition von 5,968 Mio. Euro im Bereich des Straßenbaus stimmen wir deshalb zu.
Gerade beim Straßenbau, bei dem Baden-Württemberg vom Bund,
der Regierungsbezirk Tübingen vom Land und der Kreis im
Regierungsbezirk seit Jahren vernachlässigt wird, fordert vom
Kreis Einsatz, Überzeugungskraft und Geld. Wir stehen zu den
300.000 Euro, die für die Planungskooperation für die
Ortsumgehung an der B 312 zwischen Biberach und der Autobahn im
Haushalt veranschlagt sind.
Auch die Nord-West-Umfahrung von Biberach und die Kernstadtentlastung in
Riedlingen sind für uns wichtige Investitionen in die Zukunft.
Erfreulicherweise kann mit dem Bau der Nord-West-Umfahrung Biberach
durch den bereits 2009 erteilten Planfeststellungsbeschluss im
Haushaltsjahr 2010 begonnen werden. Auch der Radwegbau sowie die
Belags- und Brückensanierungen sind im Haushaltsplan 2010
ordentlich berücksichtigt. Viele im Kreis Biberach sind bei der
Zielsetzung für die vom Bund zu schaffenden Verkehrsinfrastruktur
bescheiden geworden. Sie sind schon froh, wenn die Ortsumgehungen, die
bis 2015 gebaut sein sollten, bei der Fortschreibung wenigstens im
vordringlichen Bedarf bleiben. Mit so niedrig angesetzten Zielen
sollten wir uns im Kreis Biberach nicht zufrieden geben. Die
Ortsumfahrung Unlingen ist planfestgestellt. Auf deren baldigen Bau
muss auch der Landkreis weiterhin hinwirken. Unser Vorsitzender Hans
Petermann wies diesen Sommer auf den Vorgang in Freiburg hin, wo eine
auf 320 Mio. Euro geschätzte Bundesstraße durch die Stadt
und dortigen Landkreis geplant wird, um 2012 in den vordringlichen
Bedarf zu kommen. In Zusammenwirken mit den südlichen Regionen
sowie den benachbarten Landkreisen Alb-Donau, Sigmaringen und
Tuttlingen müssen die Grundlagen geschaffen werden, bei der
Fortschreibung die Ortsumfahrung an der B 312, an der B 465
einschließlich des Aufstieges B 30 und B 311 als Teil dringend zu
verbessernden Ost-Westverbindung im Süden Baden-Württembergs
in den vordringlichen Bedarf kommen.
Wir bitten die Landkreisverwaltung die dazu notwendigen Verhandlungen zügig und mit Nachdruck zu führen.
Auch bei der laufenden Fortschreibung des Generalverkehrsplans des
Landes muss sich der Landkreis mit klaren Forderungen einbringen. Zu
beiden Bereichen erwarten wir Anfang 2010 einen Bericht.
Die Fortschritte bei der Südbahn und die Aussage des aus
Bayern kommenden neuen Bundesverkehrsministers Ramsauer lassen einen
Hoffnungsschimmer erkennen, dass künftig im Süden der
Republik beim Verkehrswegbau mehr geschieht. Hoffentlich kann er seine
Vorstellungen zur Beschaffung von mehr Mitteln durchsetzen.
Im Haushaltsplan wird beim Öffentlichen Personennahverkehr
(ÖPNV) auf den Unsicherheitsfaktor durch die Neukonzeption bei den
Werkrealschulen und Ganztagesschulen hingewiesen. Eine automatische
Kostenübernahme durch den Landkreis für den
Schülertransport zu evtl. auch weiter entfernteren Schulstandorten
tragen wir nicht mit. Wir Freien Wähler fordern eine baldige
Anpassung der Schülerbeförderungssatzung. Die im
Haushaltsplan von der Verwaltung geforderte frühzeitige Abstimmung
zwischen Landkreis und den betroffenen Schulträgern hat bisher
leider nicht stattgefunden. Sie sollten dringend eingefordert werden.
Wir brauchen klare Regelungen und Rahmenvorgaben, um die
Schülerbeförderung bedarfsgerecht, gut und kostengünstig
organisieren zu können.
In den Schulen werden zukünftig auch die Kosten für den Kreis
durch einen verstärkten Betreuungsaufwand ansteigen.Vom Land ist
zu fordern, dass der zusätzliche Betreuungsaufwand von ihm
getragen oder
zumindest über die Sachkostenbeiträge abgegolten werden.
Zum Investitionszuschuss in Höhe von 50.000 Euro mit Verpflichtungser-
mächtigung in Höhe von 1,45 Mio. Euro für die Schule
in Schönebürg bitten wir im Ausschuss zum Konzept und der
Entwicklung der Schule Auskunft zu geben. Es gibt inzwischen in gut
ausgestatteten Schulen im Landkreis Biberach Leerstände, die bei
neuen Investitionen berücksichtigt werden sollten.
Fragen gibt es für uns Freien Wähler zu den Ausführungen zum Abfallwirtschafts-
betrieb. Wir halten ein zukunftfähiges Konzept für dringend
nötig. Immer mehr Kreisbewohner stellen unsere Wertstoffhöfe
in Frage. Bei den geplanten Ausgaben für die Wertstoffhofverlegung
in Ertingen mit 180.000 Euro und Investitionen in
Grüngutplätze mit 300.000 Euro muss der künftige Weg
schnell festgelegt werden. Die Schaffung einer neuen Leiterstelle
tragen wir zur Beschleunigung der Konzeptionserarbeitung mit. Die
855.000 Euro für die Sanierung der Sickerwasserleitungen in
Reinstetten sind bedauerlich, müssen aber wohl ausgegeben werden.
Das vom Kreis wegen der Deponie in Reinstetten gekaufte Hofgut
Sommershausen ist zur Aufgabenerfüllung nicht mehr nötig. Es
kann mit seiner 570.000 m² großen Fläche verkauft oder
getauscht werden. Hier bitten wir die Verwaltung die Möglichkeiten
zu prüfen. Eventuell könnte dadurch der Grunderwerb für
andere öffentliche Maßnahmen erleichtert werden. Als
Beispiel nennen wir nur die Ortsumgehung im Zuge der B 312.
Bei der Museumsbahn Öchsle ist eine weitere Abnahme des Betriebskosten-
defizites ausgewiesen. Mit inzwischen 110.000 Euro ist die Vorgabe von
uns, den Zuschuss mindestens auf unter 100.000 Euro zu drücken,
bald erreicht. Wann wird eine nachvollziehbare Betriebskostenabrechnung
in Zusammenhang mit der GmbH und der Verluste der AG vorgelegt. Diese
Zusammenhänge sollten im Ausschuss dringend erläutert werden.
Kürnbach ist und bleibt eine kostspielige Freiwilligkeitsleistung.
Die Sanierung des Tanzhauses kann nach unserer Meinung in der jetzigen
Haushaltssituation durchgeführt werden, wenn es zur Abwendung von
Schäden jetzt sein muss.
Schiebbare Maßnahmen, wie auch die Fenstersanierung an der
Außenstelle in Riedlingen, sollten wegen der durch das
Konjunkturprogramm vollen Auftragsbücher der Firmen und des dadurch
fehlenden Wettbewerbs verschoben werden.
Zum Ansatz für die Ausstattung einer neuen Leitstelle bitte wir um
weitere Informationen, auch zu Überlegungen für ein
kreisübergreifendes Konzept. Die Lösung zur Einrichtung des
Hospiz, die Herr Kreiskämmerer Miller in intensiven Verhandlungen
mit den Kooperationspartnern erreicht hat, finden wir sehr gut.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir haben auch im neuen Kreistag die gemeinsame Verantwortung, für
eine gute Zukunft des Landkreises tätig zu sein. Wir freuen uns
auf die Beratungen in den Ausschüssen und hoffen, wie auch in den
Vorjahren, auf gute, sachliche und konstruktive Einzelberatungen. Wir
Freien Wähler hoffen, dass im Dezember der Kreishaushalt 2010 nach
den Ausschussberatungen einmütig verabschiedet wird.
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit !
(Haushaltsrede
als pdf-Download)