Sehr geehrter Herr Landrat Dr. Schmid,
geschätzte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung,
Kreistagskolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,
wieder einmal hat es die Kreisverwaltung unter Ihrer umsichtigen
Führung, Herr Landrat Dr. Schmid und unter der sehr sachkundigen
Zuarbeit aller Dezernentinnen und Dezernenten und natürlich dem
Verantwortlichen für den Kreishaushalt, Ihnen, Herr
Kreiskämmerer Miller, geschafft, einen Haushaltsplan vorzulegen,
in dem sich alle Fraktionen des Kreistags so wieder finden können,
dass er heute wohl mit großer Mehrheit, vielleicht sogar
einstimmig, verabschiedet werden kann. Wir jedenfalls werden dem HH
2010 mit den dargestellten Änderungen zustimmen.
Für die Leistung, diesen Haushalt zu präsentieren,
möchten wir Ihnen allen in der Kreisverwaltung unseren Dank und
unsere Anerkennung aussprechen.
Danken wollen wir auch allen Kolleginnen und Kollegen für die sehr
aufgabenorientierte und konstruktive Zusammenarbeit bei den
Haushaltsberatungen.
Lassen Sie uns noch einige Themenfelder, die bei der diesjährigen
Haushaltsberatung eine wichtige Rolle spielten, kurz ansprechen. Alle
Gruppierungen im Kreistag haben erkannt, dass der Zwang zum Sparen
größer geworden ist. Herr Landtagsabgeordneter Schlachter
hat für die Fraktion der Grünen die Einsetzung einer
Haushaltsstrukturkommission beantragt. Eine ähnliche Einrichtung
hatten wir im Landkreis im Jahr 2003. Wir bitten die Kreisverwaltung,
die damals gefassten Beschlüsse und deren Umsetzung darzustellen,
um insbesondere den neuen Mitgliedern zu zeigen, dass gekürzt und
seither die freiwilligen laufenden Zuschüsse, von einigen wenigen
Ausnahmen, eingefroren und kaum neue ermöglicht wurden. Wir trugen
die Kommission dieses Mal nicht mit, weil wir der Meinung sind, dass
wir in konkreten Einzelbeschlüssen, die dann aber auch von einer
stabilen Mehrheit im Kreistag getragen werden müssen, schneller
zum Ziel kommen.
Kolleginnen und Kollegen,
der Zwang zum Sparen wird sicher größer. Das sehen wir auch
so. Der Finanzplan spricht dazu eine deutliche Sprache, die unser
Kollege Manfred Lämmle für die Freien Wähler bei der
ersten Lesung schon deutlich heraus arbeitete.
Die Kreisverwaltung und wir sagten in der Vergangenheit immer wieder
nein, wenn durch Anschubfinanzierungen neue laufende Aufgaben
schleichend in die Verantwortung des Landkreises übergehen
sollten. Dies muss der Kreistag auch weiterhin tun. Die wirksamste
Entlastung würde für den Kreishaushalt entstehen, wenn EU,
Bund und Land wirklich einmal ernst machen würden und
überzogene Forderungen und Vorschriften auf ein Normalmaß
zurückschrauben würden. Im Interesse der Zeit versage ich mir
einige Beispiele gerade aus dem Bereich des Naturschutzes zu nennen,
die auf Dauer sicher denjenigen in unserer Gesellschaft, die noch hart
arbeiten und die hohe Steuern zahlen, nicht vermittelbar sind und die
die Wirtschaft in unserem Land nicht verkraften wird. Da sind wir
Freien Wähler uns ganz sicher.
Es bringt auch nichts entscheidendes, wenn wir uns über Aufgaben
unterhalten, die nur ein Verschiebebahnhof wären, weil die
Kommunen die Aufgabe zu erfüllen haben. Wenn etwa der Landkreis
aus dem Kreisfeuerlöschverband aussteigen würde, wäre
dies keine echte Einsparung im kommunalen Bereich. Die Städte und
Gemeinden des Landkreises müssten dann die Aufgabe finanzieren.
Sie könnten es in Einzellösungen sicher nicht
kostengünstiger tun, als es gegenwärtig der
Kreisfeuerlöschverband tut.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wenn wir einsparen wollen und vielleicht auch durch die Entwicklung
dazu gezwungen werden, muss der Kreis sich von freiwilligen Aufgaben
verabschieden, sie dann aber auch ganz, entweder in freiwillige
Initiativen überführen, was wohl nicht gelingt, oder dem
Bürger vermitteln, dass die Angebote nicht mehr gegeben sind, dass
es z.B. ein Oechsle nicht mehr gibt.
Unsere Fraktion steht eindeutig zu den Vereinbarungen, die der
Landkreis mit den Kommunen und dem Land zum Straßen- und
Schienenwegebau geschlossen hat. Herr Kollege Schlachter und Kollegen
von der Fraktion der Grünen, wenn Sie das alles für falsch
halten, haben Sie in Ihrer eigenen Partei große
Überzeugungsarbeit zu leisten. Stehen Sie doch einfach im Kreis
Biberach dazu, dass in zahlreichen Städten und Gemeinden, in denen
Ihre Parteikollegen Bürgermeister oder Oberbürgermeister
sind, der Straßenbau vehement vorangetrieben wird. Als Beispiel
nenne ich Ihnen Schriesheim, Freiburg und Tübingen. Ich sage auch
nochmals das gleiche, was ich im Finanzausschuss vor wenigen Tagen
ausführte. In Freiburg haben die Stadt und der Landkreis mit dem
Regierungspräsidium eine Vereinbarung über die Planung einer
Straßenbaumaßnahme an einer Bundesstraße
abgeschlossen, die nach der Kostenschätzung 320 Mio. Euro kosten
soll. Es ist eine Maßnahme des weiteren Bedarfs im
gegenwärtigen Bundesverkehrswegeplan. Ziel der auf 7,2 Mio. Euro
veranschlagten Planung ist es, diese Maßnahme bei der 2012
anstehenden Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes in den
vordringlichen Bedarf zu bekommen.
Wir sind der Meinung, dass der Landkreis Biberach alles tun muss, um
möglichst rasch die Nord-West-Umfahrung und die Ortsumgehung
Unlingen zur Realisierung zu bringen. Er muss zusammen mit den
Regionalverbänden und den benachbarten Landkreisen alles daran
setzen, um die dringend notwendigen Ortsumgehungen an der B 311 und B
312 sowie die Verbesserung der Südbahn und der Donautalbahnlinie
bei der anstehenden Fortschreibung des Bedarfsplanes in den
vordringlichen Bedarf zu bekommen.
Herr Landrat,
werte Kolleginnen und Kollegen,
durch die Einführung von Werkrealschulen ist bei der
Schülerbeförderung rascher Entscheidungsbedarf gegeben. Wir
sind nicht so blauäugig zu glauben, dass der Landkreis alle
Mehrkosten, die durch Kooperationen entstehen können, durch das
Land ausgeglichen erhält.
Die Auswirkungen auf die Schülerbeförderungskosten spielten
nach unserer Beobachtung bei den Diskussionen und Entscheidungen vor
Ort nahezu keine Rolle. Es wurde ganz einfach unterstellt, der
Landkreis trägt sie ja in vollem Umfang. Wir hätten es
begrüßt, wenn der Kreistag vor den Entscheidungen der
Kommunen einen Rahmen festgelegt hätte. Wir gestehen zu, dass es
auch Gründe für ein Zuwarten gab. Mehr Gründe hätte
es aber für die Vorgabe eines Rahmens durch den Kreis gegeben. Ich
nenne ihnen nur ein Beispiel für eine der Fragen die die
Verwaltung ohne eine Entscheidung des Kreistages nicht beantworten
kann. Nach der derzeitigen Satzung zahlen die Hauptschüler der
Klassen 5 bis 9 nur den hälftigen Eigenanteil. Ist das
künftig bei der Werkrealschule, die dann auch eine Wahlschule ist
auch noch so? Wohl eher nicht. Glauben sie, dass die Eltern, die dann
möglicherweise die hohen Eigenanteile zahlen müssen so
vehement auf eine Werkrealschule drängen würden, wenn sie
für ihre Kinder für eine mögliche Hauptschule im eigenen
Ort nichts und aus der Teilgemeinde nur die Hälfte zahlen
müssten?
Wir bitten darum, dass möglichst bald im nächsten Jahr der
Verwaltungs- und Finanzausschuss mit dem Thema befasst wird. Wir halten
eine Beratung im ersten Sitzungsblock, also im März oder April,
für deutlich zu spät. Wir hoffen auch, dass nicht Situationen
entstehen, bei denen die kooperierenden Städte und Gemeinden die
entstehenden Mehrkosten selbst zahlen müssen, weil wir zu einer
Entscheidung kommen, sie durch den Landkreis nicht zu tragen, weil es
andere, fachlich gleich geeignete aber kostengünstigere
Lösungen gegeben hätte.
Die Oberschwäbische Tourismusgesellschaft ist in die Diskussion
gekommen. Wir Freien Wähler tragen den Ansatz, sie im kommenden
Jahr kritisch auf ihre Ausrichtung und ihren Nutzen zu
überprüfen, mit.
Beim Abfallwirtschaftsbetrieb, darin sind sich Kreisverwaltung und wohl
alle Fraktionen einig, ist rasch ein Zukunftskonzept zu erarbeiten.
Auch hier wäre, zumindest was die Frage der Notwendigkeit der
Schaffung einer Stelle des Betriebsleiters betrifft, eine frühere
Befassung des Ausschusses als bisher geplant, sinnvoll.
Meine Damen und Herren,
ausdrücklich stehen wir zu den eingestellten Mitteln, zur
baulichen Weiterentwicklung der Kreiskliniken und zum Zuschuss für
die Modernisierung des Konrad-Manop-Stiftes in Riedlingen. Wir haben
erkannt, dass im Klinikwesen, aber auch im Bereich der
Pflegeeinrichtungen weiterer, ja sogar verstärkter Handlungsbedarf
gegeben ist.
Werte Kolleginnen und Kollegen,
damit will ich es bewenden lassen. Für die Freien Wähler und
persönlich danke ich Ihnen, Herr Landrat Dr. Schmid und Ihnen,
Herr Kreiskämmerer Miller sowie allen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern des Landkreises und seiner Einrichtungen für Ihre
Gute Arbeit im zu Ende gehenden Jahr. Wir danken auch allen, die durch
ihre Arbeit und ihre Steuern zum Wohlstand in unserem Landkreis
beitragen.
Ihnen, werte Kolleginnen und Kollegen, danken wir Ihnen für die
angenehme Zusammenarbeit und ich für Ihre geschätzte
Aufmerksamkeit.
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit !
(Haushaltsrede
als pdf-Download)