Rede von Bürgermeister Josef Pfaff anlässlich des Besuchs des Herrn Ministerpräsidenten Kretschmann am
27. Januar 2012


Sehr geehrter Herr Ministerpräsident
sehr geehrter Herr Regierungspräsident,
sehr geehrte Abgeordnete,
sehr geehrter Herr Landrat,
verehrte Gäste,

ich freue mich, Sie heute auf der Biogasanlage in Burgrieden-Bühl begrüßen zu dürfen.

Wir haben mit unserer Biogasanlage ein Musterbeispiel zur Erzeugung regenerativer Energie geschaffen, der Geschäftsführer, Herr Kerler, wird das noch erläutern.

Die Gemeinde Burgrieden mit ihren Ortsteilen Rot und Bühl und ihren etwa 3.600 Einwohnern hat nicht nur eine Biogasanlage, sondern auch 2 Wasserkraftwerke,
viele Photovoltaikanlagen, und auch die Geothermie spielt eine Rolle.
Nur die Windkraft können wir wegen des Heeresflugplatzes nicht nutzen, aber eine kleine Anlage bauen wir dieses Jahr testweise auf's alte Rathaus.Wir sind also, was regenerative Energie anbelangt, recht breit aufgestellt.

In dieser Ecke des Landkreises geht es uns vergleichsweise recht gut, die Wirtschaft brummt in unserer Gegend. Dafür gibt es einige Gründe, vor allem aber ist es die Infrastruktur, die uns hilft. In den wirtschaftlichen Notstandsgebieten wie Riedlingen oder Sigmaringen sind die Leute nicht weniger gescheit oder weniger fleißig als bei uns, aber es fehlt Ihnen schlichtweg an der Infrastruktur, an den Straßen, z. B. an der Autobahn Ulm-Freiburg.

Deshalb meine Bitte: Baden-Württemberg braucht eine aktive Verkehrspolitik,
in Bezug auf Straßen, den Luftverkehr und in Bezug auf die Schiene, zum Beispiel die Elektrifizierung der Südbahn oder den Ausbau Ulm Wendlingen und keine Infrastrukturverhinderungspolitik.

Damit das ganze System funktioniert brauchen wir Bildung für alle. Das hat die Regierung richtig erkannt.

Die Gemeinschaftsschule ist grundsätzlich eine gute Sache, ich begrüße auch die Ganztagesschule, wir haben sie in Burgrieden schon mehrere Jahre.

Ich habe die Frau Ministerin Warminski-Leitheußer als kluge und redebegabte Frau kennen gelernt, aber sie kommt aus der Stadt und kennt sich mit den Bedürfnissen auf dem Land offenbar nicht so gut aus.
Wir brauchen keinen weiteren Schultyp, sondern die Gemeinschaftsschule als Ersatz für Hauptschule, Werkrealschule und Realschule.

Und auch das kann nur funktionieren, wenn man es ernst nimmt mit der geplanten individuellen Leistungsförderung. Denn man muss aufpassen, dass wir vor lauter Streben nach sozialer Gerechtigkeit nicht die Leistung aus dem Blick verlieren.
Sonst kommen wir zur Gleichmacherei auf niedrigerem Niveau, da ist keinem geholfen. Die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung ist leider ein erster kleiner Schritt in diese Richtung.
Es geht nicht gut, wenn man stets einem übermächtigen Druck ausgeliefert ist. Aber ohne einen gewissen Druck geht auch nichts. Das richtige Maß ist entscheidend, eine gewisse Leistung muss von den Schülern eingefordert werden.


Ich wünsche Ihnen, Herr Ministerpräsident Kretschmann, unserem Landesvater
  • und Sie sind für mich von Ihrer Erscheinung her

  • und wie Sie sich geben,

  • was Sie sagen und tun,

das Musterbeispiel des Landesvaters.

Ihnen wünsche ich also einen informativen und möglichst stressfreien Nachmittag und Abend im Landkreis Biberach und wir erhoffen uns von Ihnen auch weiterhin besonnenes, väterliches Wohlwollen.